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Vereinsportrait

PocoLoco - Ein Vereinsportrait

Dieburger Anzeiger vom 03. Dezember 2007

Dieburg stellt seine Vereine vor

Von Ina Gerbig / Dieburg – Ein bisschen verrückt? Ja, vielleicht. Ein netter und lebhafter Haufen? Das ist der Pop- und Jazz-Chor „Poco Loco“ (spanisch, ein bisschen verrückt) allemal. Denn der junge und frische Wind macht hier die Musik. Das ist es auch, was zahlreiche junge Leute in den kleinen Saal der Ludwigshall zieht. Und das an einem Freitagabend, an dem es die Freunde eher in die Kneipe oder auf eine Party zieht. Doch die Sänger haben gerade hier, bei der Chorprobe, den idealen Start ins Wochenende. Sie unterhalten sich und blättern in Notenunterlagen. Vor dem Klavier sitzt bereits Chorleiter Tobias Landsiedel und begrüßt die eintreffenden Mitglieder. Seit August letzten Jahres hat er nun diese Rolle inne – er ist Nachfolger von Björn Karg, der den Chor bis 2003 leitete. Doch „Poco Loco“ gibt es bereits seit 2001 und viele Mitglieder kennen sich noch wesentlich länger. Denn die Gruppe ging aus dem Jugendchor von St. Peter und Paul hervor. Der damalige Leiter Werner Utmelleki hatte die Idee zur Neugründung und Herauslösung aus der Kirchengemeinde. Jetzt soll es Schritt für Schritt voran gehen – hin zu einem eingespielten „Stimmenteam“ und harmonischen Chor. Aber auch die gemeinsame Freizeit ist den Mitgliedern sehr wichtig. Oft treffen sich kleine Grüppchen noch nach der Probe oder am Wochenende. Die Harmonie ist eben nicht nur stimmlich sehr wichtig.

Die Chorprobe ist meist recht locker, aber natürlich verfolgen wir alle ein gemeinsames Ziel: Einen homogenen Chorklang“, schmunzelt Landsiedel. So formell kennen ihn die Sängerinnen und Sänger gar nicht. „Nein, mal im Ernst, ich möchte etwas aus den Leuten heraus holen und mit ihnen vorwärts kommen“, fügt er hinzu. Dies unterstreicht auch Vorsitzender Matthias „Hardy“ Hartnagel, der die Entwicklung des Chores selbst als aktiver Sänger verfolgt hat: „Die Stimmbildung ist viel wichtiger geworden. So kann sich auch jeder individuell verbessern. Tobias hat den Chor echt umgekrempelt.“ Die 28 Sängerinnen und Sänger sind nicht nur bei „Poco Loco“ gelandet, weil sie die freundschaftliche Atmosphäre schätzen. Auch die „modernen Herangehensweisen“ an die stimmliche Ausbildung und die Auswahl der Lieder überzeugen.

So runzelt auch keiner mehr die Stirn, wenn Landsiedel seine Anweisungen gibt: „Singt in das Horn, atmet in die Knie!“ Diese Hilfestellungen in Form von Bildern erleichtern das Singen und machen deutlich, wo die Stimme her kommen soll. Geprobt wird dann nach dem Einsingen direkt an den Liedern, die im nächsten Konzert aufgeführt werden sollen. Allgemein wurde seit letztem Jahr das Repertoire an Liedern erweitert. Jetzt mischen sich englisch- mit deutschsprachigen Stücken. Auch der Anteil an A-cappella-Gesang soll ausgedehnt werden.

Anders als bei anderen Chören, sitzen die Sänger bei „Poco Loco“ bunt gemischt und nicht nach Stimmlage getrennt. Dadurch soll ein neues Klangerlebnis entstehen und die Hörerfahrung der Mitglieder ausgebildet werden. „Wir sind jetzt in einer neuen Aufbauphase. Bis in zwei Jahren haben wir ein Spitzen-Niveau erreicht“, betont Landsiedel.
Bei Freundschaftsauftritten bei anderen Chören, dem Musenfest und auch bei den Nachtwächterrundgängen waren und sind die jungen Leute gern gesehen. Zuletzt hatte der Chor einen eigenen Auftritt im Mai in der Ludwigshall, der unter dem Motto „A kind of magic“ stand. Dabei war auch ein Zauberer eingeladen und zu manchen Liedern wurde eine Choreografie einstudiert. Das nächste Konzert ist für den 15. Dezember in der Gnadenkapelle geplant. Dann – wie könnte es anders sein – unter dem Motto „Weihnachten“.
Aber auch hier ertönt nicht das bekannte „Oh Tannenbaum“, sondern die Lieder werden in ein neues Klanggewand gekleidet, den Swing. „Es soll ein ganz neuer Sound entstehen. Die amerikanischen Gospels kennt man, aber kennt man auch deutsche Jazz-Weihnachtslieder?“, beschreibt Landsiedel das Konzept. Bekannte Stücke werden umarrangiert, aber auch klassische Hits beibehalten, in guter Deutsch-Englisch-Mischung. Doch mehr wollen die Sänger noch nicht verraten.

Geprobt wird immer freitags ab 19:45 Uhr im kleinen Saal der Ludwigshall in Dieburg.